Fasten: Fit in einer Fastenwoche
Beim Fasten kann man abnehmen, schlank und fit werden, schädliche Schlacken abbauen und das in nur wenigen Tagen. Auch wenn sich der Diätplan aus Kräutertee und Gemüsebrühe spartanisch hart anhört: Wer einmal fastet und die Fastenwoche durchgeführt hat, schwört darauf.
Inhalt:
- 1. Fasten – was ist das eigentlich?
- 2. Fünf Grundregeln fürs Fasten
- 3. Sieben effektive Fastenformen
- 4. Wer darf fasten und wer nicht?
- 5. Die Fastenwoche – viel trinken, Leber und Verdauung unterstützen
- 6. Rezepte für den Aufbau und den Erhalt
- 7. Gewinnbilanz nach der Fastenwoche
- 8. So halten Sie auf Dauer Ihr Gewicht
- Buchtipp mit Rezepten zum Fasten
1. Fasten – was ist das eigentlich?
Das ist Fakt: Mit vollem Magen lassen sich weder geistig noch körperlich Höchstleistungen erzielen. Kein Marathonläufer isst vor dem Start, kein Kreativer dämpft sein Gehirn mit einer üppigen Mahlzeit, wenn er neue Ideen entwickeln möchte. Fasten, also Leben ohne Nahrung, bedeutet nämlich für Körper und Geist nicht weniger Energie, sondern sogar mehr. Der Grund für dieses Paradox ist die Tatsache, dass Essen dem Körper zuerst mal Energie raubt, weil er verdauen muss. Erst nach einiger Zeit, wenn die Verdauungsarbeit also geleistet ist, steht Energie zur Verfügung. Anders beim Fasten: Hier greift der Körper je nach Bedarf sofort auf Energie aus bereits angelegten Nahrungsdepots zurück. Positiver Nebeneffekt dieser raschen Freisetzung von Energie: Fettpölsterchen werden angegriffen.
Topfit während dem Fasten.
Wer noch nie gefastet hat, kann sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, dass sich der Körper bereits nach einem Tag darauf umstellen kann, nach Bedarf seine Energie allein aus seinen Depots zu ziehen und keinen Hunger mehr zu empfinden. Stellt sich anfangs noch Hunger ein, lässt er sich mit einem Glas Gemüse- oder Obstsaft stillen. Danach schaltet der Organismus auf dieses Programm: Energie aus der Reserve schöpfen. Rund zehn Tage kann ein gesunder Mensch auf diese Weise fasten. Sein Körper ist trotzdem rundum versorgt. Für alte Kulturvölker ist diese Tatsache überlebenswichtig. Unwirtliches Klima und ein entsprechend enges Nahrungsangebot zwangen viele, oft wochen- bis monatelang auf Nahrung zu verzichten. Trotzdem blieben sie leistungsfähig – wie z. B. die Hunzas im Norden des Himalayas. Zwischen neuer Ernte und Versorgung aus Vorräten lag oft eine lange Zeit, deshalb mussten sie oft wochenlang Zeit fasten – bewältigten ihren Alltag jedoch genauso selbstverständlich wie sonst.
Und dass Fasten sogar Kraftreserven freisetzen kann, beweist ein Blick ins Tierreich: Von ihrem im Sommer angesetzten Speck muss das Wild im Hochgebirge dann den ganzen Winter lang zehren. Doch gerade in diese Fastenperiode fällt die Energie raubende Brunftzeit mit Kämpfen und Paarung.
2. Fünf Grundregeln fürs Fasten
Fasten bedeutet mehr, als nur die Nahrung weglassen. Hier die fünf Regeln, damit es optimal klappt:
Thema Darmentleerung: Als körpereigene „Müllabfuhr“ befreit der Darm den Körper von überflüssigen und schädlichen unverwertbaren Resten und Schlacken. Während des Fastens sollten Sie ihn dabei gezielt unterstützen. Dazu eignen sich Sauerkrautsaft, Molke oder Buttermilch. Besonders stark wirkt warmes Wasser mit Bittersalz. Geben Sie dazu zwei Teelöffel Bittersalz auf ein Glas warmes Wasser. Bewährt zur Fastenunterstützung hat sich auch der Darmeinlauf. Füllen Sie dafür ein Darmklistier mit körperwarmem Wasser, führen Sie es nach Anweisung ein und lassen Sie das Wasser in den Darm gelangen. Halten Sie das Wasser ein paar Minuten. Geben Sie dann dem Drang nach und benutzen sie die Toilette. Bittersalz und Klistier gibt es in der Apotheke.
3. Sieben effektive Fastenformen
Wer denkt, Fasten bedeutet im Prinzip immer dasselbe, weiß noch nicht alles darüber. Denn Fasten ist nicht gleich Fasten. Es gibt verschiedene, effektive Varianten:1. Fasten nach Buchinger: Hier ist ausschließlich trinken angesagt: Morgens und nachmittags Kräutertee, mittags Gemüsebrühe und abends Obst- oder Gemüsesaft. Der Tee darf mit etwas Honig gesüßt werden. Darüber hinaus gibt es selbstverständlich viel Wasser. Die Diät wurde von dem Arzt Dr. Otto Buchinger entwickelt.
2. F. X.-Mayr-Kur: Zuerst gibt es nur Tee und Wasser, später klein geschnittene, trockene Semmeln und Milch. Wichtig dabei ist, die Semmeln viele Male zu kauen. Die drei Eckpfeiler der vom österreichischen Arzt F. X. Mayr entwickelten Fastenkur heißen Säuberung, Schonung, Schulung. Darmreinigung und eine Unterweisung für gesunde Ernährung gehören demnach dazu.
3. Molkefasten: Kräutertees und Pflanzensäfte, vor Allem jedoch ein Liter Molke, die man nicht auf einmal, sondern über den Tag verteilt trinkt, gehören zu dieser Fastenform. Molke entsteht als Nebenprodukt bei der Herstellung von Käse und Quark. Die leicht milchige, wässrige Flüssigkeit enthält wertvolles Eiweiß. Deshalb kann Molke verhindern, dass Muskeln während des Fastens abgebaut werden.
4. Rohsäftefasten: Bis zu fünfmal pro Tag frisch gepressten Gemüse- oder Obstsaft trinken, dazu mindestens zwei Liter Wasser. Im Prinzip ist das Rohsäftefasten eine Variante der Buchinger-Kur.
5. Schleimfasten: Hier gibt es ausschließlich leichten Reis-, Hafer-, Gerste- oder Buchweizenschleim. Der weiche Brei aus Wasser und Getreide schont die Schleimhäute im Verdauungstrakt und sorgt dafür, dass sie wieder gesund funktionieren. Die Kur eignet sich deshalb vor allem für alle, die Magen- und Darmbeschwerden haben. Ausgiebig Wassertrinken gehört selbstverständlich auch zu dieser Fastenkur.
6. Teefasten: Hier gibt es ausschließlich Kräutertee und Wasser. Die basenreichen Kräuter sorgen dafür, dass der Körper während des Fastens nicht übersäuert.
7. Wasserfasten: Die strengste Form des Fastens erlaubt ausschließlich Wasser – und das reichlich. Wichtig ist dabei, qualitativ hochwertiges Mineralwasser zu verwenden.
4. Wer darf fasten und wer nicht?
Im Prinzip darf jeder die Fastenwoche durchführen, der gesund ist. Also jeder ab 16 Jahren und selbstverständlich auch ältere. Wer schwanger ist oder stillt, sollte besser auf das Fasten verzichten und bis einige Wochen nach der Geburt und nach dem Abstillen warten. Denn beim Fasten greift der Körper bekanntlich auf Fettreserven im Körper zurück. Diese sind jedoch auch ein Depot für Giftstoffe und Schlacken. Sie gelangen beim Abbau in das Blut und könnten so auch das Kind erreichen. Außerdem sind Gründe, nicht zu fasten:- Wenn Sie sich in einer Stressphase befinden
- Wenn Sie sich erschöpft fühlen – etwa nach einer Krankheit
- Wenn Sie eine Essstörung haben – dann bitte Ihren Therapeuten fragen
- Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, etwa gegen Bluthochdruck, oder wenn Sie Diabetiker sind – dann bitte mit dem behandelndem Arzt sprechen.
5. Die Fastenwoche – viel trinken, Leber und Verdauung unterstützen
Legen Sie Ihre Fastenkur am Besten in eine ruhige Zeit, z. B. in den Urlaub. Sie gliedert sich in einen Entlastungstag, fünf Fastentage und zwei Aufbautage. Etwas Bewegung und Ruhephasen ergänzen das Fasten ideal. Zusätzlich sollten Sie sich täglich Zeit nehmen für entspannte Körperpflege, also z. B. ein warmes Bad. Ein Leberwickel unterstützt den Körper zusätzlich beim Entschlacken. Dazu füllen Sie eine Wärmflasche mit heißem Wasser. Umwickeln Sie diese mit einem Leintuch, das in heißem Wasser gespült wurde und fest ausgewrungen ist. Legen Sie nun diesen feuchten Wärmepack auf den Bauch und umwickeln Sie sich an dieser Stelle mit einem trockenen Handtuch. Ruhen Sie damit etwa eine halbe Stunde aus, bis die Wärme nachlässt.
6. Rezepte für den Aufbau und den Erhalt
Den Körper vorsichtig wieder an feste Nahrung gewöhnen ist die Aufgabe der folgenden Gerichte. Sie ergänzen Kartoffelbrühe, Möhrengemüse, Weizenschrot- und Gemüsesuppe sowie den süßen Joghurt, die bereits unter den einzelnen Tagen der Fastenwoche aufgeführt sind. Um das Gewicht auf Dauer zu halten, lassen sich die gesunden Rezepte selbstverständlich jederzeit als Ersatz für eine Mahlzeit verwenden. Oder Sie legen mal zwischendurch einen kalorienarmen Tag ein, indem Sie Ihren Speiseplan nach den Vorgaben für den Entlastungstag oder einem der Aufbautage gestalten. Hier weitere Rezepte aus der BonGusto Rezept-Datenbank:7. Gewinnbilanz nach der Fastenwoche
Nach der Fastenwoche haben Frauen durchschnittlich drei bis vier Kilo verloren, Männer sogar bis zu sechs. Das liegt daran, dass Männer meist mehr Muskelmasse haben als Frauen und deshalb bereits in Ruhe mehr Energie verbrennen als sie. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Frauen während des Fastens ihre Wärmeproduktion drosseln und dadurch weniger Kalorien verbrennen – und in der Folge auch weniger Gewicht abbauen.Doch der Gewichtsverlust ist nur eine der vielen positiven Folgen des Fastens. Weil der Körper zuerst alles verbrennt, was er nicht braucht – also Schlacken, Fett und überflüssiges Eiweiß, das sich in Gewebe und Blutgefäßen eingelagert hat – reinigt das Fasten den Körper sozusagen von innen. Viele berichten nach einer Fastenwoche, dass sich z.B. Gelenkbeschwerden gebessert haben oder dass sich ein tendenziell etwas höherer Blutdruck normalisiert hat. Nachweislich verringern sich die Blutfettwerte und die Leberwerte liegen im absolut grünen Bereich.
Nicht zuletzt ist die Fastenwoche auch ein Beauty-Booster. Die Haut klärt sich, Unreinheiten und rote Flecke verschwinden. Auch Cellulitis, die unschönen Bindegewebedellen an Po und Oberschenkeln straffen sich. Denn das durch Schlacken aufgedunsene und geschwächte Bindegewebe gewinnt wieder an Spannung. Fasten wird deshalb auch als „Kosmetik von innen“ bezeichnet.
8. So halten Sie auf Dauer Ihr Gewicht
Nach der Fastenwoche erscheint bereits eine Kalorienmenge von 1400 üppig. Wer jetzt aufmerksam bleibt und auf seinen Körper hört, hat die besten Chancen, dass die verlorenen Kilos sich nicht wieder erneut bilden. Achten Sie also auf Ihr Hunger- und Sättigungsgefühl – essen Sie nur dann, wenn sie wirklich Hunger haben und hören Sie auf, sobald das Gehirn „satt“ meldet. Selbstverständlich können Sie regelmäßig einen Entlastungs- oder Aufbautag der Fastenwoche einlegen und so für eine rasche „Zwischendurch“-Entschlackung sorgen.Fallen Sie jetzt nicht in alte Ernährungsmuster zurück – Schokocroissant zum Frühstück, mittags Currywurst und abends Chips beim Fernsehen. Die Faustregel für vollwertige Ernährung gegen Übergewicht hilft Ihnen dabei. Ihre Formel lautet: VVMM. Die Abkürzungen stehen für vollwertig, vielseitig, mäßig und mager. Die folgenden Tipps erläutern das näher und helfen Ihnen dabei, Ihren Gewinn aus der Fastenwoche auf Dauer zu halten:
Buchtipp mit Rezepten zum Fasten
Wie neugeboren durch Fastenvon Dr. med. Hellmut Lützner
Gräfe und Unzer Verlag, Neuauflage 2008, Erstausgabe 1976
ISBN 978-3-8338-0700-8
12,90 Euro
"Wie neugeboren durch Fasten" online bestellen
Artikel:














