Bali - kulinarisches Reisetagebuch
Kommen Sie mit auf eine Tour durch Bali – von der südlichen lebhaft-touristischen Surferstadt Kuta und die Inselmitte über die Kunst- und Handelsstadt Ubud bis hinauf zur ruhigen Nordküste. Bekommen Sie einen Eindruck von der Hindu-Dharma-Religion, sehen Sie wunderschöne Tempel, erfahren Sie mehr über die üppige Natur, die Lebensweise der Balinesen und ihre lukullischen Gewohnheiten. Redakteurin Karina Beste nimmt Sie mit auf die kulinarische Reise.
Inhalt:
- 1. Tag: Ankunft und erste Eindrücke
- 2. Tag: Surfer am Kuta-Beach und Silvester mit „ogoh ogoh“-Parade
- 3. Tag: Ruhetag „Nyepi“
- 4. Tag: Fischer der Jimbaran Bay und Uluwatu-Tempel
- 5. Tag: Barong-Tanz, Kunsthandwerk und tropischer Garten
- 6. Tag: Ubud-Städtetour mit Restauranttipps
- 7. Tag: Balinesischer Kochkurs
- 8. Tag: Reisanbau
- 9. Tag: Markttreiben und Gourmetessen
- 10. Tag: Nordostküste und Abschied nehmen
- Reise-Informationen
Bali wird oft Insel der Götter genannt. Aus gutem Grund, denn die Götter mögen Farben, Freude und Genuss. Auf der indonesischen Insel prägt der hinduistische Glaube den Alltag der Menschen. Überraschenderweise ist Essen dabei mehr Mittel zum Zweck und wird meist nur bei religiösen Feiern zelebriert. Das Hauptnahrungsmittel und wichtiger Teil der Religion ist Reis. Die Felder und Terrassen, auf denen Reis angebaut wird, bestimmen die Landschaft der Insel. Kommen Sie mit auf eine 10-tägige Rundreise, auf der Sie mehr über Kultur, Vegetation und natürlich über die kulinarische Vielfalt der indonesischen Küche erfahren.
Zur Info: Alle Bilder im Artikel können Sie durch Anklicken vergrößert ansehen. Ein paar Themen sind in speziellen Bildergalerien dargestellt – unbedingt anschauen, es lohnt sich.
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1. Tag: Ankunft und erste Eindrücke
Mit der untergehenden Sonne landen wir, mein Freund und ich, auf dem Flughafen „Ngurah Rai“ nahe Denpasar, der Hauptstadt von Bali. Nach 20 Stunden Reisezeit hüllt uns feucht-warme Luft ein, die die angespannten Muskeln lockert und die Strapazen des Fluges verschwinden lässt. Per Auto-Transfer geht es nach Seminyak, das etwa 5 Kilometer nordwestlich von der Touristenhochburg Kuta gelegen ist. Die erste Erkenntnis: Bali hat 3 Millionen Einwohner und jeder hat wohl ein Moped – auf den Straßen der Hauptstadt herrscht ein Verkehrschaos mit unzähligen Rollern dazwischen.Unser Hotel „Vila Lumbung“ ist eine Art kleines Dorf mit tropischem Garten, kleinen Villen und Gästehäusern. Das Abendessen genießen wir im Restaurant „Bebek Bali“ (Bebek heißt auf deutsch Ente). Wir bestellen zwei typisch balinesische Gerichte – eine kräftige Suppe und eine Variation von gebratenen Entenstücken. Den typischen Weihnachtsbraten vor Augen sind wir anfangs enttäuscht, denn die asiatischen Laufenten sind etwas schmalbrüstig, aber dafür sehr gut gewürzt.
2. Tag: Surfer am Kuta-Beach und Silvester mit „ogoh ogoh“-Parade
Am quirligen Strand von Kuta versammelt sich die internationale Surfergemeinde. Coole Beach-Lokale, Fast-Food-Ketten und indonesische Restaurants bestimmen das Bild an der Uferpromenade. Es gibt Hotels in jeder Preisklasse, unzählige Shops zum Einkaufen und Bars und Discos für ein ausschweifendes Nachtleben.Heute ist balinesisches Silvester. Am Abend haben wir das Glück bei der ogoh-ogoh-Parade dabei zu sein. Ogohs sind überlebensgroße Figuren aus Pappmaché, die in der Nacht vor „nyepi“, dem Neujahrstag, mit einer lautstarken Feier durch Städte und Dörfer getragen werden. Die Figuren stellen mythologische Gestalten und zeitgenössische Figuren dar, die das Gute und das Böse verkörpern. Verschiedene Versionen kursieren über die Bedeutung der Umzüge. Eine besagt, dass die bösen Geister durch den Lärm von der Insel vertrieben werden sollen. Der anderen Version nach amüsieren sich die bösen Geister gern, aber durch die Feierlichkeiten so richtig in Stimmung gebracht, wird ihnen am Neujahrstag langweilig und sie verlassen die Insel, um sich nach anderen Partys umzuschauen. Damit sie nicht zurückfinden, ist Bali am Neujahrstag sozusagen geschlossen. Das heißt: kein Verkehr, kein Licht, kein Lärm.
Herzhaftes Frühstück mit
Nasi Goreng
3. Tag: Ruhetag „Nyepi“
In den Tagen zuvor wurde alles unternommen, um die Geister wohlzustimmen: Es wurden Opfergaben zu den Tempeln und spirituellen Plätzen gebracht, viel gebetet und die Ogohs hatten ihren lärmenden Auftritt. Heute ist nun Ruhe angesagt. Die Menschen bleiben zu Hause. Nur Polizei und Sanitäter dürfen auf die Straße. Im Hotelrestaurant läuft nicht wie sonst Musik, sogar der Wasserfall am Pool ist abgestellt. Nur die Vögel in den Palmen zwitschern – und man hat den Eindruck, leiser als sonst. Also lassen wir uns ein spätes Frühstück mit „Nasi Goreng“ schmecken. Der Tag vergeht relaxt mit Lesen und Schwimmen am Pool, abends gibt es zur Feier des Tages ein großes balinesisches Buffet – notwendigerweise, aber deshalb nicht weniger romantisch bei Kerzenlicht.Zur Info: Nyepi hat kein festes Datum, da es mit dem Tag der Frühjahrssonnenwende zusammenfällt. Er findet im März oder April statt – vor der Reise am besten nachfragen.
4. Tag: Fischer der Jimbaran Bay und Uluwatu-Tempel
Auf zum Strand. Die Bucht Jimbaran zählt zu den schönsten Stränden auf Bali. Der weiße Sandstrand ist etwa 5 Kilometer lang und lädt zu Spaziergängen ein. Den Strand bevölkern keine badenden Touristen, sondern Fischer, die regelmäßig ihren Fang aus den Netzen leeren. Kein Wunder, dass sich ein Fischlokal neben dem anderen angesiedelt hat. Abends werden Tische und Stühle so weit im Sand aufgestellt, wie es die Wellen zulassen und hinter den Restaurants wird Fisch nach den Wünschen der Gäste gegrillt. Man kann zwischen Hummer, Krebs, Königsgarnelen, Muscheln, Tintenfisch, Barrakuda, Red Snapper und anderen Fischen auswählen. Serviert wird das frisch zubereitete Seafood mit balinesischem Gemüse und würzigen Saucen und einer großen Schüssel Reis. Das alles genießt man mit den Füßen im Sand und mit Blick auf einen traumhaften Sonnenuntergang.
Wer nicht den ganzen Tag am heißen Strand verbringen möchte, der sollte sich ein Taxi zur nahe gelegenen Tempelanlage Uluwatu nehmen. Dieser Tempel gehört zu den wichtigsten und ältesten des Landes, wurde im 11. Jahrhundert gegründet und erhebt sich dramatisch auf einer Felsklippe. Eine große, freche Affengruppe, die scharf auf Früchte, Drinks, Taschen und Sonnenbrillen ist, besiedelt die weitläufige Anlage. Also am besten alles gut festhalten.
5. Tag: Barong-Tanz, Kunsthandwerk und tropischer Garten
Ortswechsel in die Inselmitte. Den Weg zu unserem nächsten Domizil nutzen wir um viele Sehenswürdigkeiten zu besuchen und mehr über Land und Leute zu erfahren. Wir halten in dem Ort Batubulan, der für seine Steinmetze bekannt ist, und erleben dort den Barong-Tanz. Der Barong ist ein mystisches Wesen, das die guten Kräfte der Erde repräsentiert. Daneben gibt es Rangda, die Königin der Hexen, die das Böse verkörpert. Die Balinesen glauben, das Gut und Böse nebeneinander existieren und deshalb gibt es bei dem Schauspiel, dem Kampf dieser beiden Mächte, keinen Sieger. Wir fahren weiter und lassen Celuk hinter uns, die Hochburg für Silber- und Goldschmiedearbeiten, und besichtigen den Tempelkomplex Goa Gajah bei Pejeng, der die berühmte Elefantenhöhle beherbergt. Auf dem Weg zur heiligen Wasserquelle im Tempel Tirta Empul wandern wir durch einen tropischen Garten und sind erstaunt über die Vielfalt der einheimischen Obst-, Gemüse- und Gewürzvielfalt. Es wachsen Kakao, Kaffee, Zitronengras, Kurkuma, Zimt, Pfeffer, Nelken, Ginseng, Ingwer, Kiwi, Papaya und Drachenfrucht nebeneinander. Am späten Nachmittag erreichen wir das Hotel Bagus Jati (Link führt zur Bildergalerie) in den Bergen nahe der Stadt Ubud.Wenn Sie wissen möchten, welche exotischen Früchte, Gemüsesorten und Gewürze sonst noch auf Bali gedeihen und neugierig darauf sind wie diese Pflanzen eigentlich aussehen, dann sehen Sie sich die Bildergalerie Bali - Früchte, Gemüse und Gewürze an.
6. Tag: Ubud-Städtetour mit Restauranttipps
Die kleine Stadt Ubud liegt inmitten einer herrlichen Tropenberglandlandschaft, rundherum gibt es alte Heiligtümer und jede Menge Kunst und Künstler. Ein Sightseeing-Muss für jeden Bali-Besucher. Wir schlendern durch die Straßen, sehen uns den fürstlichen Hof Puri Saren an, handeln auf dem Markt, kaufen Souvenirs ein und besichtigen den „Monkey Forest“. Die idyllische Tempelanlage in einem Wald beherbergt eine heilige Quelle und, wie der Name schon verrät, eine große Affenfamilie. Neben vielen Galerien, Museen und Beautyfarmen findet man in Ubud auch tolle Restaurants und Cafés. Wir haben zwei Tipps für Sie: Wenn Sie Lust auf einen kleinen Imbiss haben und typisch indonesisch essen möchten, gehen Sie ins „Warung Enak“ (auf Deutsch: Leckerer Imbiss). Haben Sie mehr Appetit auf Gourmetküche, dann dinieren Sie im Design-Restaurant „Lamak“. Die preisgekrönte Küchenchefin serviert Ihnen hier eine Mischung aus asiatischer und europäischer Küche, auch bekannt als „Fusion Food“.7. Tag: Balinesischer Kochkurs
Das Hotel Bagus Jati trägt seinen Namen – auf Deutsch „Eleganz im Dschungel“ – nicht ohne Grund. Die Gäste leben in Luxus-Bungalows, die großzügig in einem terrassenförmigen, tropischen Garten verteilt sind. Ein Tipp für Gäste ist der balinesische Kochkurs. Zuerst sieht man sich die Gartenbeete der Anlage an und bekommt alle Gewürze, Obst- und Gemüsesorten erklärt. Die meisten Zutaten für den Kochkurs kommen aus dem eigenen, ökologischen Anbau. Nur Milchprodukte, Getreide, Fisch und Fleisch werden auf dem Markt eingekauft.
Frühstück:
Mie Goreng
8. Tag: Reisanbau
Bali ist die Reiskammer Indonesiens, denn es wird zwei- bis dreimal im Jahr geerntet. So sieht man immer wieder leuchtend grüne Reisfelder und -terrassen auf der Tour durch das Landesinnere. Ein relativ häufiger Niederschlag, ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem und der unermüdliche Einsatz von Reisarbeitern macht das möglich. Die Reisgöttin Dewi Sri ist eine der meistverehrten Gottheiten der Insel. Reis ist Grundnahrungsmittel und tägliche Opfergabe an die Götter. In kleinen geflochtenen Schälchen aus Bananenblättern, die den Göttern geopfert werden, finden sich neben Blüten auch immer ein paar Reiskörner.Zum Anbau: Die Samen müssen erst keimen und wachsen, bevor sie als Setzlinge nach circa 3 Wochen in die eigentlichen Reisfelder gepflanzt werden. Etwa 3 bis 4 Monate stehen die Pflanzen komplett im Wasser, dann ist es so weit: Die Reisähren werden geerntet, getrocknet und die Körner weiterverarbeitet. „Nasi“ heißt schließlich der geschälte und gekochte Reis. Sehen Sie sich den Anbau Schritt für Schritt an: Zur Bildergalerie Bali - Reisanbau
9. Tag: Markttreiben und Gourmetessen
Wir sind mittlerweile im Norden der Insel angekommen. In der Nähe des Städtchens Lovina Beach beziehen wir unsere neue Unterkunft, das Damai Lovina Villas (der Link führt zur Bildergalerie). Auch hier ist der Hotelname Programm: „Damai“ steht für Frieden. Die ruhige Anlage auf einer Anhöhe mit Blick aufs Meer wartet mit dem Gourmetkoch I Ketut Tangkas Adnyana auf. Jeden Tag wird auf hohem Niveau ein neues Menü angeboten, kunstvoll angerichtet und eine Mischung aus traditionellen Gerichten und europäischen Einflüssen. Wir verbringen einen Tag mit dem Küchenchef und begleiten ihn um 6 Uhr morgens auf den Markt. Unbekannte Gerüche, exotische Obstsorten, große Thunfische und allerlei Gewürze reihen sich Stand an Stand. Einheimische feilschen um Preise und es herrscht ein regelrechtes Gedränge in den engen Gassen. Mit vollen Tüten bepackt geht es zurück und wir bewundern den Küchenchef und seine Mannschaft bei der Zubereitung des Abendmenüs in der feucht-heißen Küche.10. Tag: Nordostküste und Abschied nehmen
Der letzte Tag führt uns erst entlang der Nordostküste, an vielen Tauchrevieren und am Wrack der USS Liberty in Tulamben vorbei – außer den Unterwassersportlern findet man hier sonst kaum Touristen. In der Ferne ragt der heilige Vulkan Gunung Agung 3170 Meter in die Höhe, den man auch in einer Sonnenaufgangstour besteigen kann. Entlang der Ostküste gen Süden machen wir Halt an einem ehemals fürstlichen Relikt, Tirtagangga, eine Parkanlage mit Springbrunnen, Teichen und Badepool. Wir besuchen weiter im Süden das älteste Dorf Tenganan, wo prähinduistische Kultur noch heute gelebt wird. Der Kommerz hat trotzdem Einzug gehalten – man kann geschnitzte Masken, gewebte Stoffe und allerhand anderes Kunsthandwerk kaufen. Zum Abschluss der Reise sehen wir uns den wohl berühmtesten und meistfotografierten Tempel der Insel an, Tanah Lot („Tempel der Erde im Meer“). Sein Bild schmückt Postkarten, Kataloge und Bali-Bücher – kein Wunder, der filigrane Wassertempel 30 Kilometer nordwestlich von Kuta ragt malerisch auf einem Felsen aus dem Meer.Nun heißt es Abschied nehmen von der göttlichen Insel. Was zurück bleibt ist die Freundlichkeit der Insulaner, eine einzigartige Kultur, erholsame Ruhe, eine exzellente Küche, die Schönheit im Detail und das Wissen bald wiederzukommen.
Reise-Informationen
- Veranstalter: Bawa tours & travel www.bawa.de
- Flüge: ab Frankfurt via Singapur mit Singapore Airlines; ab München via Doha und Kuala Lumpur mit Qatar Airways.
- Hotels:
Vila Lumbung www.hotellumbung.com
Bagus Jati www.bagusjati.com
Damai Lovina Villas www.damai.com - Restaurants:
Warung Enak www.warungenakbali.com
Lamak www.lamakbali.com - Reisezeit: Mai bis September: Trockenzeit. Dezember bis März: Regenzeit.
- Zeitverschiebung: Sommerzeit: + 7 Stunden zur MEZ; Winterzeit: + 8 Stunden zur MEZ
- Geld: Die indonesische Währung heißt Rupiah. Geldabheben per EC- und Kreditkarte möglich, MasterCard und Visa werden in Restaurants und Hotels akzeptiert. Bargeldumtausch von Euro-Geldscheinen möglich. Für die Einreise benötigt man 25 US-Dollar, für die Ausreise 150 000 Rupiah.
- Mehr Infos: www.bali.de
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